RADIERUNG IST FÜR MICH DIE GELUNGENE KOMPOSITION AUS KUNST UND TECHNIK
radieren (lateinisch: radere = kratzen, schaben, wegnehmen)
Das Grafikstudium lenkte meine besondere Aufmerksamkeit auf die Radierung. Hier entstand die Liebe zu filigranen Miniaturen, vor allem zum Exlibris. Die Ätzradierung ist mein absoluter Favorit, da sie unendlich viele Varianten bietet und inzwischen die Hauptrolle meines Schaffens eingenommen hat.
Die Radierung bezeichnet ein Tiefdruckverfahren der künstlerischen Druckgrafik mit einer Metallplatte, in die ein Motiv eingeritzt und/oder mit Säure eingeätzt wurde. Die zwei Hauptgruppen sind Kaltnadelradierung und Ätzradierung.
Die Kaltnadelradierung ist eine einfache und ungefährliche Methode im Tiefdruck. Mit einem Stahlnagel oder einem ähnlichen Werkzeug wird das Motiv direkt in die Metallplatte (meistens Kupfer) geritzt. Dadurch entsteht eine Furche und daneben ein Grat. Beim Aufbringen der Farbe bleibt diese in der Vertiefung und am Grat hängen, beim Druck entsteht so die typische Linie einer Kaltnadelarbeit.
Bei der Ätzradierung handelt es sich um chemisches Verfahren. Hier wird zunächst Asphaltlack auf die Metallplatte gestrichen, in den dann die Linien des Motivs mit der Radiernadel seitenverkehrt eingekratzt werden. An diesen Stellen legt die Nadel den metallischen Untergrund wieder frei. Anschließend wird die Platte für eine gewisse Zeit in die Säure gelegt. Die Säure greift die freien Stellen an und ätzt sie tief. Der Asphaltlack wird danach entfernt und auf der Platte ist jetzt die Strichätzung zu sehen und kann jetzt gedruckt werden.
Mit der Aquatintatechnik werden auf der Metallplatte durch mehrere Ätzvorgänge unterschiedliche Rauheiten erzeugt, die je nach Intensität verschieden viel Farbe auf der Platte halten. Dadurch entstehen die Farbschattierungen. Dabei wird zunächst Asphaltstaub auf die Metallplatte aufgestäubt, der anschließend mit einem Brenner angeschmolzen wird. Die staubfeinen Partikel, die durch die Wärme auf der Platte festschmelzen bilden so ein feines Netz, das hier den Säureangriff abhält. Auf den winzigen Flächen dazwischen, kann die Säure durchkommen und die Platte ätzen. So werden die Partien, die beim Druck hell bleiben sollen, ganz kurz geätzt (15 sec), dann werden weitere Partien vor der Säure geschützt, dann weiter geätzt (15 sec), usw. bis zuletzt schwarz erzeugt wird. Jetzt wird die Platte mit einem Lösungsmittel gereinigt.
Die fertig geätzte Platte wird nun mit Druckfarbe eingefärbt, die mit einer Farbrolle oder mit einem Stück festem Karton aufgestrichen wird. Die Farbe wird dabei fest in die Rillen und sonstigen Vertiefungen gedrückt. Die überschüssige Farbe wird dann wieder von der Oberfläche abgewischt. Dazu eignet sich am besten Wischgaze oder auch Zeitungspapier, den letzten Rest nimmt der Handballen weg.
Die eingefärbte Platte wird auf die Druckpresse gelegt, mit angefeuchtetem Büttenpapier abgedeckt und mit großem Druck durch die Presse gezogen, wobei das feuchte Papier die Farbe aus den Vertiefungen „aufsaugt“ und ein seitenrichtiger Abdruck entsteht. Jetzt wird das Blatt zwischen Trockenpappen gelegt und getrocknet, zuletzt wird die Radierung vom Künstler signiert und nummeriert.
Radierung (Etching) - Ätzradierung - Aquatinta-Radierung
Intaglio print from copper plate - etching